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Materialien · Verbundwerkstoffe · Leichtbau

GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff): Eigenschaften, Fasertypen und Verfahren

GFK GFK · E = 10–45 GPa σ = 200–600 MPa CFK CFK · E = 70–300 GPa σ = 1.500–3.500 MPa GFK & CFK · FASERVERBUNDWERKSTOFFE · ISO 527-4
GFK und CFK Laminat-Querschnitt: Glasfaserlagen (blau) in Harzmatrix links, Kohlefasergelege (dunkel) mit Matrixschichten rechts — E-Modul und Zugfestigkeit im Vergleich

Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK, englisch GFRP) ist der volumenmäßig bedeutendste Faserverbundwerkstoff. Mit Zugfestigkeiten von 200–600 MPa, E-Moduli bis 45 GPa und einer Dichte von nur 1,8–2,1 g/cm³ bietet GFK exzellente spezifische Festigkeitswerte bei sehr moderaten Materialkosten — und revolutioniert damit Boote, Windkraftanlagen, Fahrzeugbauteile und Rohrleitungssysteme.

Fasertypen und Matrixsysteme

GlasfasertypZugfestigkeitE-ModulEigenschaft
E-Glas (Electrical)3.400 MPa73 GPaStandard, gute Elektroisolation, günstig
S-Glas / R-Glas4.600 MPa87 GPaHochfest, Aerospace, teurer
ECR-Glas3.400 MPa73 GPaErhöhte Säurebeständigkeit, Rohrsysteme
Quarzglas6.000 MPa74 GPaTemperatur bis 1.000 °C, sehr teuer

Als Matrixharze dominieren Epoxid (EP) für Hochleistungsanwendungen (beste Haftung, höchster Tg) und ungesättigte Polyesterharze (UP) für den Volumenmarkt (günstig, UV-härtbar, für Boote und Fahrzeugteile). Vinylesterharze liegen dazwischen: bessere chemische Beständigkeit als UP, günstiger als EP.

Kennwerte GFK-Laminat (E-Glas/EP, 50 % Faservolumen, UD)

Zugfestigkeit (0°)
800–1.200
MPa · ISO 527-4
E-Modul (0°)
35–45
GPa · ISO 527-4
Dichte Laminat
1,8–2,1
g/cm³
Spez. Zugfestigkeit
~500
MPa·cm³/g (besser als Stahl)
Biegefestigkeit
600–1.000
MPa · ISO 14125
Druckfestigkeit
400–700
MPa · ISO 14126
Wärmedehnung
5–8
10⁻⁶/K (0°, deutlich < Stahl)
Dämpfung
hoch
Schwingungsdämpfend (besser als Stahl)
Elektrische Leitf.
isolierend
Ausnahme: mit Leitfähigkeitsschichten

Herstellungsverfahren

Handlaminieren: Günstig, für Einzel- und Kleinserie (Bootsbau, Prototypen). Faservolumenanteil 30–40 %.
Vakuuminfusion: Bessere Faser-Matrix-Tränkung, höherer Faservolumenanteil 45–55 %, reduzierter Styroldampf-Ausstoß.
RTM (Resin Transfer Moulding): Geschlossenes Werkzeug, reproduzierbare Qualität, mittlere Stückzahlen.
Wickeln (Filament Winding): Für Rohre und Druckbehälter, kontinuierliche Faser, sehr hohe Festigkeit in Umfangsrichtung.
Pultrusion: Kontinuierliches Ziehverfahren für Profile mit konstantem Querschnitt.

Was ist der Unterschied zwischen GFK und CFK?
GFK verwendet Glasfasern (E-Glas: E = 73 GPa, ρ = 2,54 g/cm³), CFK verwendet Kohlefasern (E = 230–300 GPa, ρ = 1,75 g/cm³). CFK ist 3–5× steifer, 2× leichter spezifisch und 5–10× teurer als GFK. GFK ist elektrisch isolierend, CFK elektrisch leitend. Für Anwendungen wo Steifigkeit pro Gewicht entscheidend ist (Flugzeug, Rennwagen, Fahrräder) wird CFK bevorzugt. Für chemische Anlagen, Boote und Windkraftrotorblätter mit E-Modul-Anforderungen unter 40 GPa ist GFK die wirtschaftlichere Wahl.
Wie wird GFK repariert?
GFK-Schäden (Risse, Delaminierungen) können mit Epoxid- oder Polyesterharz und auflaminierten Glasfaser-Matten repariert werden. Wichtig: Schadensbereich sauber schleifen (Keilform, 12:1-Überlappung), Feuchte vollständig entfernen (Trockenheit prüfen mit Feuchtemessgerät), kompatibles Harzsystem verwenden (EP auf EP, UP auf UP nicht immer möglich). Für strukturelle Reparaturen an Luftfahrzeugen gelten strenge Zulassungsanforderungen.

Weiterführend: Wikipedia: GFK · Im Portal: CFK · Epoxidharz