Aktualisiert: 2026-05-29Werkzeug: Online-KalkulatorStatus: redaktionell geprüft Mai 2026Redaktion: KunststoffWissen
Formel · m = Schussgewicht · V_K = Kavitätsvolumen · n = Kavitäten · ρ = Dichte
m [g] = V_K [cm³] × n × (1 + Anguss% / 100) × ρ [g/cm³]
Standardformel der Spritzgießtechnik. Dichte = Feststoffdichte des Polymers; typische Werte siehe Hinweis im Rechner.
Online-Kalkulator
Hinweis: Das Schussgewicht beruht auf der Feststoffdichte; reale Werte können durch Schwindung, Restfeuchte und Anguss-Geometrie leicht abweichen. Das empfohlene Maschinen-Schussgewicht ist ein PS-äquivalenter Richtwert. Angaben ohne Gewähr.
Was das Schussgewicht ist – und wozu man es braucht
Das Schussgewicht ist die gesamte Materialmenge, die die Maschine pro Zyklus einspritzt: alle Formteile plus Anguss und Verteiler. Es ist die Schlüsselgröße für die Maschinenauswahl und für die Materialbedarfs- und Kostenrechnung. Wird es zu klein gegenüber der Maschine, verweilt die Schmelze zu lange im heißen Zylinder (thermische Schädigung); wird es zu groß, fehlt Dosier- und Polsterreserve.
Der Rechner oben ermittelt aus Kavitätsvolumen, Kavitätenzahl, Anguss-Aufschlag und Materialdichte sowohl das Schussgewicht als auch das Schussvolumen – und leitet daraus eine Maschinenempfehlung ab.
Die Formel und die richtige Dichte
Es gilt m = VK × n × (1 + Anguss%/100) × ρ. Das Kavitätsvolumen VK entnimmt man dem CAD-Modell des Bauteils, der Anguss-Aufschlag deckt Kaltanguss und Verteiler ab (Heißkanal ≈ 0). Entscheidend ist die richtige Dichte: gemeint ist die Feststoffdichte des Polymers bei 23 °C, nicht die Schüttdichte des Granulats. Richtwerte:
Als Faustregel soll das Schussgewicht 60–80 % des maximalen Maschinen-Schussgewichts (PS-äquivalent) betragen. Bei 144 g wählt man also eine Maschine mit rund 180–240 g Schusskapazität. Weil Maschinenangaben PS-äquivalent sind, ist bei abweichender Dichte das Schussvolumen die robustere Vergleichsgröße – der Rechner gibt beides aus.
Auslastung, Verweilzeit und Reserve
Zu niedrige Auslastung (< 20–30 %): die Schmelze bleibt zu lange im Zylinder, es droht thermischer Abbau – prüfen mit dem Verweilzeit-Rechner.
Zu hohe Auslastung (> 80 %): keine Polster- und Dosierreserve, Prozess wird instabil.
Anguss-Anteil: ein großer Kaltanguss treibt Schussgewicht und Materialkosten – Angussoptimierung oder Heißkanal senken beides.
Dichte-Fehler: Schüttdichte statt Feststoffdichte einzusetzen ist der häufigste Rechenfehler und ergibt deutlich zu niedrige Werte.
Grenzen und verwandte Werkzeuge
Das Schussgewicht beruht auf der Feststoffdichte; reale Werte können durch Schwindung, Restfeuchte und Anguss-Geometrie leicht abweichen. Das empfohlene Maschinen-Schussgewicht ist ein PS-äquivalenter Richtwert. Ergänzend nützlich sind der Schließkraft-Rechner (Tonnage) und der Stückkosten-Rechner (Material- und Maschinenkosten je Teil). Werkstoffdichten stehen in der Dichte-Tabelle.
FAQ — häufige Fragen
Wie berechne ich das Schussgewicht?
Schussgewicht m = Kavitätsvolumen V_K × Anzahl Kavitäten n × (1 + Anguss-Aufschlag%) × Materialdichte ρ. Beispiel: 25 cm³ × 4 × 1,20 × 0,95 g/cm³ = 114 g. Das Kavitätsvolumen erhält man aus dem CAD-Modell des Bauteils; der Anguss-Aufschlag deckt Kalt-Anguss und Verteiler ab.
Welche Dichte muss ich verwenden?
Die Feststoffdichte des Polymers bei 23 °C (nicht die Schüttdichte des Granulats). Richtwerte: PP 0,905, PE-HD 0,95, PS/ABS 1,05, PA66 1,14, PC 1,20, PET 1,38, POM 1,41 g/cm³. Glasfaserverstärkung erhöht die Dichte um ca. 0,1–0,3 g/cm³ je nach Füllgrad.
Wie groß muss die Maschine sein?
Als Faustregel sollte das Schussgewicht 60–80 % des maximalen Maschinen-Schussgewichts (PS-äquivalent) betragen. Der Rechner gibt daraus eine Empfehlung aus. Zu kleine Auslastung verlängert die Verweilzeit (thermische Schädigung), zu hohe lässt keine Polster-/Dosierreserve. Details im Verweilzeit-Rechner.
Muss ich für andere Materialien als PS umrechnen?
Maschinen-Schussgewichte werden in PS-Äquivalent (Dichte ~1,05) angegeben. Für andere Materialien zählt das Volumen: ein Material mit höherer Dichte ergibt mehr Gewicht bei gleichem Volumen, beansprucht aber dasselbe Schneckenvolumen. Für die Maschinenauswahl ist daher das Schussvolumen die robustere Größe — der Rechner gibt beides aus.
Quellen & Methodik: Standard-Schussgewichtsformel. Materialdichten aus Datenblättern (Feststoffdichte bei 23 °C).