Landed-Cost-Rechner: Was Importware wirklich kostet
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Warum ein FOB-Preis kein Vergleichspreis ist
Ein FOB-Angebot („Free on Board“) endet am Verladehafen — alles danach (Seefracht, Zoll, Inlandtransport) kommt on top und wird beim ersten Preisvergleich oft übersehen. Wer FOB-USD/t direkt gegen einen EU-Prime-Preis in EUR/kg stellt, vergleicht zwei unterschiedliche Dinge. Der Landed Cost ist der einzige faire Vergleichswert: der Preis, zu dem die Ware tatsächlich am eigenen Werkstor ankommt.
Die Formel: von FOB zum Zollwert (CIF) zum Landed Cost
Der Rechner folgt der international üblichen Zollwert-Logik: Der Zollwert (CIF) ist FOB-Preis plus Fracht (die WTO-Transaktionswertmethode nach Art. VII GATT 1994 ist die Grundlage der EU-Zollwertermittlung). Auf diesen Zollwert wird der Zollsatz erhoben, danach kommen Vorlaufkosten hinzu:
Landed Cost = (FOB × Wechselkurs + Fracht/t) × (1 + Zollsatz) + Vorlaufkosten
Die Seefracht wird dabei je Tonne heruntergebrochen (Containerfracht ÷ Beladung je Container) — bei stark schwankenden Frachtraten (siehe unser Wochenbriefing, Rubrik Energie & Fracht) verändert das den Vergleich oft stärker als der reine Materialpreis.
Rechenbeispiel
FOB 950 USD/t, Kurs 0,92 EUR/USD, Fracht 4.200 €/Container bei 24 t Beladung, Zoll 6,5 %, Vorlauf 50 €/t:
FOB in EUR: 950 × 0,92 = 874 €/t. Fracht je Tonne: 4.200 / 24 = 175 €/t. Zollwert (CIF): 874 + 175 = 1.049 €/t. Zollbetrag: 1.049 × 6,5 % ≈ 68 €/t. Landed Cost: 1.049 + 68 + 50 = 1.167 €/t = 1,167 €/kg. Gegen einen EU-Prime-Referenzpreis von 1,28 €/kg liegt die Importware damit rund 11 Cent/kg günstiger — vor Berücksichtigung von Vorlaufzeit, Mindestabnahme und Qualitätsrisiko.
Was den Landed Cost am stärksten bewegt
- Wechselkurs: Zwischen Angebot und Zahlung können mehrere Wochen liegen — eine Kursbewegung von wenigen Prozent verändert den Preis direkt in gleicher Höhe.
- Frachtrate: Containerraten schwanken deutlich stärker als Rohstoffpreise (siehe Wochenbriefing) — bei niedriger Beladung je Container wirkt sich das überproportional aus.
- Zollsatz: Abhängig von Warennummer (TARIC) und Ursprungsland — bei Freihandelsabkommen ggf. reduziert oder null, das ist im Einzelfall zu prüfen.
- Vorlaufzeit: Nicht im Preis, aber im Risiko: eine Festpreis-Wette über mehrere Wochen ist eine eigene Kalkulationsgröße, siehe Preisbildung.
Grenzen dieser Berechnung
Nicht enthalten: Transportversicherung, Zollabfertigungsgebühren des Dienstleisters, Lagerkosten bei Verzögerung, Qualitätsprüfung/Rückweisungsrisiko und die Kapitalbindung durch längere Vorlaufzeiten gegenüber europäischer Kontraktware. Der Zollsatz ist ein Platzhalter — die verbindliche Einordnung liefert nur die Zolltarifauskunft für die konkrete Warennummer und das Ursprungsland. Alle Angaben ohne Gewähr.
FAQ — häufige Fragen
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